Evangelisch-reformierte Kirche Zürich
Die evangelisch-reformierte Kirche besteht im Kanton Zürich aktuell aus 107 Kirchgemeinden. Um die Effizienz zu erhöhen, wird eine weitere Reduktion der Anzahl Kirchgemeinden und eine effizientere Nutzung der Gelder aus der Kirchensteuer angestrebt. 2013 wurde das Projekt „KirchGemeindePlus“ gestartet: Initiiert und begleitet von der Kantonalkirche arbeiten die Kirchgemeinden verstärkt miteinander zusammen oder schliessen sich zu grösseren Kirchgemeinden zusammen.
Nun hat das kantonale Reformvorhaben „KirchGemeindePlus“ im Dezember 2023 geendet. Die Präsentation zeigt wie sich die Anzahl Kirchgemeinden von ursprünglich 176 Kirchgemeinden erheblich reduziert hat. Seit 2024 wird die Projekt-Webseite nur noch zu Dokumentationszwecken gezeigt und wird nicht weiter aktualisiert. Basierend auf den erarbeiteten Grundlagen können sich natürlich im selben Sinn weiterhin Kirchgemeinden zusammenschliessen.
Das Reformvorhaben der Reformierten Kirche Zürich zielet von Anfang an auf zwei Stufen der Verbindung ab: Erstens die vollständige Fusion von Kirchgemeinden zu einer neuen Kirchgemeinde. Beispiel ist hier die Kirchgemeinde unter dem neuen Namen „Brüttiseller Kreuz“, welche auf Anfang 2024 aus den bisherigen Kirchgemeinden „Dietlikon“ und „Wangen-Brüttisellen“ entstanden ist. Ein sehr grosses Projekt war die Kirchgemeinde „Knonauer Amt“, wo auf einen Schlag alle Gemeinden im Bezirk Knonau ausser Obfelden, Knonau und Kappel sich vereinigt haben. Zweitens die Zusammenarbeitsverträge, wenn die Kirchgemeinde-Mitglieder eine abwartende Haltung signalisieren und noch eine eigene Kirchenpflege erhalten wollen. Die Kirchgemeinde Horgen, eine Fusion aus Horgen und Hirzel, hat mit Thalwil und Oberrieden einen Zusammenarbeitsvertrag.
An der Tendenz zum Austritt aus der Kirche hat dies allerdings nichts geändert. Die Anzahl der Kirchenaustritt hat mehr oder weniger regelmässig zugenommen über die letzten zehn Jahre. Im Jahr 2022 lag die Zahl der Kirchenaustritt etwa 70 Prozent höher als 10 Jahre zuvor.

Ein Ausnahmejahr war 2023: Die Veröffentlichung der Pilotstudie zum sexuellen Missbrauch in der Römisch-katholischen Kirche verursachte auch bei der Reformierten Kirche 2023 eine rekordhohe Zahl von Kirchenaustritten. Obwohl nur das letzte Drittel des Jahres 2023 betroffen war, stiegen die ohnehin schon vielen Austritte aus der Kirche gegenüber 2013 auf mehr als das Doppelte an Kirchenaustritten.
Römisch-katholische Kirche
Fast 14’000 Menschen im Kanton Zürich traten letztes Jahr aus der Römisch-katholischen Kirche aus, vor allem nach der Missbrauchsstudie. Viele fühlten sich entfremdet, konnten die Institution nicht mehr mit ihren Werten vereinbaren, wie Umfragen ergaben.
Etwa Tausend aus der Kirche austretende Personen nannten Gründe für ihren Kirchenaustritt. Dabei war das Hauptthema die Missbrauchskrise. Auch das Festhalten am Zölibat und die Kirchenhaltung zur Homosexualität spielten eine Rolle.
Die römisch-katholische Kirche im Kanton verlor durch diese Welle von Kirchenaustritten im Jahr 2023 insgesamt fast vier Prozent ihrer Mitglieder, auch aufgrund demographischer Faktoren, bei einer jedoch eher unerwartet kleinen Differenz zur evangelisch-reformierte Kirche, welche einen Verlust von rund drei Prozent hinnehmen musste.
Aufgrund des schon seit vielen Jahren anhaltenden Trends zu den Kirchenaustritten, vermag die Zuwanderung die Zahl der Mitglieder nicht mehr konstant halten. Inzwischen gehört mehr als die Hälfte der Kantonsbevölkerung gehört keiner Landeskirche mehr an.